Slider
Slider

Die braune Pest

Zum Buch

Eine literatur-historische Sensation nach 87 Jahren: Die überfällige Veröffentlichung als Buch des Romans „Die braune Pest“ von Frank Arnau! 

Das bis heute unauffindbare Werk Frank Arnaus, von dem der Autor selbst schrieb, dass es verschollen sei, wurde auf abenteuerliche Weise wiederentdeckt und zu neuem Leben erweckt. Nicht nur das Werk selbst erscheint, dessen Inhalt recherchiert, überprüft und bis in Details belegt wurde, sondern auch der hochinteressante Werdegang des Autors und seines Buches bereichern diese historische Erstausgabe nach 87 Jahren. Ermöglicht wurde dies erst durch eine Kette von Zufällen und nicht zuletzt dadurch, dass die renommierte Verlegerin des Verlages Exil Edita Koch die beiden Herausgeber zusammenbrachte. In ihrer Zeitschrift "Exil 1933-1945. Forschung, Erkenntnisse Ergebnisse" erscheint ein Fach-Artikel über diese Arbeit.

» Fach-Artikel in der Zeitschrift "Exil 1933-1945. Forschung, Erkenntnisse Ergebnisse (Heft 1/2 2020)"

Frank Arnau war nicht nur Autor, sondern auch Journalist und Großindustrieberater auf der Vorstandsebene von Unternehmen wie Daimler-Benz, BMW, Deutsche Kabelwerke und der Dresdner Bank, sowie nach dem Krieg Präsident der Liga für Menschenrechte. Als sozial engagierter Mensch, musste er direkt nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 aus Deutschland fliehen. Auf dieser Flucht entstand sein möglicherweise wichtigstes Werk „Die braune Pest“, welches bis in die Führung des Dritten Reiches hinauf hohe Wogen schlug. Erschienen war der Roman nur als Vorabdruck in einer sozialdemokratischen Zeitung im noch nicht zu Hitler-Deutschland gehörigen Saarland mit der Unterstützung des damaligen dortigen SPD-Vorsitzenden Max Braun. Doch das war genug, um die Verfolgung des Autors durch das Regime erheblich zu verschärfen. Mit der Saar-Abstimmung fiel das Saarland allerdings 1935 ans Reich zurück, die SPD wurde aufgelöst und die Zeitung vernichtet – ein weiterer trauriger Erfolg der Nationalsozialisten.

Nun steht das einzigartige Werk durch die unermüdliche Recherche eines pensionierten Kriminalkommissars, Hans-Christian Napp, und der akribischen Aufarbeitung eines Unternehmensberaters, Autors und Verlegers, Adrian Jesinghaus, nach 87 Jahren endlich vor seiner überfälligen Veröffentlichung als Buch im Klingen-Verlag, in Erinnerung an dessen erstes Lebenszeichen im Saarland, mit einem Vorwort der heutigen SPD-Vorsitzenden Anke Rehlinger. Darüber hinaus wird das Projekt von der Else-Lasker-Schüler Gesellschaft unterstützt und das Zentrum für verfolgte Künste wird dem Projekt im kommenden Jahr eine Ausstellung widmen.

„Die braune Pest“ weist alle Spuren der Flucht Arnaus auf und belegt, dass bereits zu der Zeit seiner Entstehung ein tiefer Einblick in die politische Situation, die skrupellosen Machenschaften in der zusammenbrechenden Weimarer Zeit und die unrühmliche Rolle der Großindustrie offenkundig möglich war. So hat Arnaus Werk auch noch heute die Aktualität eins Mahnmals gegen zügellose Radikalisierung und naives Stillhalten, aber für die Menschlichkeit.

» Beitrag im Radio RSG
» Sendung vom Domradio der Erzdiözese Köln
» Rezension im Kulturmagazin OPUS Februar 2021
» Bericht im Solinger Tageblatt vom 26.8.2020
» Bericht im Solinger Tageblatt vom 18.2.2021

Auswahl zurücksetzen